Die Grüne Fraktion Lauenburg/Elbe spricht sich vehement gegen einen Abriss des ehemaligen Krankenhauskomplexes zu Gunsten des Neubaus eines weiteren Supermarktes mit angegliederten Fachmärkten aus.
Ausschlaggebend für diese ablehnende Haltung ist besonders der alte Baumbestand mit Blutbuche, Roteichen und Linden sowie wertvolle Frühblüher (Stinzenpflanzen) im südöstlichen Bereich des Areals, die weitgehend den 78 geplanten Stellplätzen zum Opfer fallen sollen. Auch das in seinem Kern fast 100jährige Krankenhausgebäude einschließlich zweier kleinerer Wohnhäuser sind nicht nur von guter Bausubstanz, sondern historisch bzw. architektonisch zu wertvoll, um sie durch minderwertige, einfallslose Supermarktarchitektur zu ersetzen, von der in Lauenburg schon mehr als genug vorhanden ist.
Das ehemalige Chefarztwohnhaus wurde zwecks Vermietung an einen städtischen Mitarbeiter in den 1990er Jahren sogar umfangreich mit öffentlichen Mitteln saniert.
Leider ist in der Oberstadt in den letzten Jahrzehnten aus kurzsichtigen Erwägungen heraus schon genug wertvolle Bausubstanz der Abrissbirne zum Opfer gefallen (Fürstengartenhaus, Park-Hotel, Kornhaus, Amtsvogthaus, Wachgebäude und viele mehr). Das desaströse Resultat dieser verfehlten Entwicklung ist heute im Stadtzentrum überall gegenwärtig. Nun soll mit dem ehemaligen Krankenhaus erneut ein wertvolles Areal einseitigem Investoreninteresse weichen.
Erforderlich wäre endlich eine Stadtplanung, die auf das Interesse der hier lebenden Menschen ausgerichtet ist. Unter dieser Prämisse kommt nur eine Sanierung und Umnutzung des leerstehenden Hospitals in Frage. Am sinnvollsten erscheint es, zunächst eine Studie in Auftrag zu geben, um das Potenzial sowie mögliche Konzepte einer Umnutzung auszuloten.
Denkbar wäre beispielsweise ein Mehrgenerationenhaus, betreutes Wohnen oder eine größere Bildungseinrichtung.
Der bestehende Penny-Markt hingegen sollte unbedingt an seinem jetzigen Standort erhalten werden, da er der einzige Versorger im Osten Lauenburgs ist. Gerade viele dort wohnende ältere Menschen sind auf eine Einkaufsmöglichkeit in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld angewiesen und könnten die zusätzliche Entfernung von einem halben Kilometer nur schwer bewältigen. Es muss deshalb gemeinsam mit der REWE-Gruppe eine Erweiterung des Marktes am bisherigen Standort angestrebt werden.
Niclas Fischer
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