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BLATT GRÜN – Rundbrief Ausgabe 2, November 2007

Liebe Börnsener Bürgerinnen und Bürger!

Ziel politischer Tätigkeit in der Gemeinde ist das Wohl der Bürger. Doch was für die einen gut ist, kann für andere weniger gut sein. Um beurteilen zu können, wie weit sie selbst betroffen sind, brauchen die Bürger Kenntnis von den Entscheidungen im Rathaus.

Hauptziel Grüner Politik in Börnsen wird es daher sein, Sie über Pläne aus dem Rathaus rechtzeitig zu informieren, damit Sie die Möglichkeit haben, Einwände zu erheben, bevor Entscheidungen getroffen wurden. Kaum einem Bürger kann es möglich sein, ständig in Ausschüssen und Gemeinde-Sit¬zungen präsent zu sein. Das aber wollen wir für die Börnsener leisten. Vorausgesetzt, Sie geben uns bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2008 Ihr Vertrauen.

Informationsmaterial gibt es schon von den ortsansässigen Parteien. Doch hinken die darin enthaltenen Informationen den Ereignissen meist hinterher. Sie thematisieren Entscheidungen, die längst gefallen sind. Unser Angebot: Mit dem Blatt Grün oder auf unserer Homepage möchten wir Sie über Pläne aus dem Rathaus informieren. Die Politik ändern jedoch können nur Mehrheiten.

Ihr Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen


Börnsen baut

Die Baufahrzeuge sind abgezogen, Straßen und Kreisel im Neubaugebiet Neu-Börnsen fertiggestellt. Doch Ruhe wird in Börnsen nicht einkehren. Schon im nächsten Sommer könnte es am Fleederkampredder in der Ortsmitte weitergehen. Erweiterungspläne für den Hamfelderedder liegen in der Schublade. Für das Gewerbegebiet wurde vom Bürgermeister südlich der Lagerhalle die nächste Erweiterung ins Gespräch gebracht.

Wir begrüßen ganz herzlich alle neu zugezogenen Bürger. Die Dalbekschlucht, die Felder, der Sachsenwald und die schnelle Anbindung an Hamburg sind ideale Voraussetzungen, um sich hier richtig wohl zu fühlen. Diesen Standortvorteil möchten wir bewahren. Daher setzen wir uns für eine behutsame Besiedlung ein. Die bauliche Entwicklung der Ortsmitte ist für uns ein akzeptabler Weg. Die Infrastruktur ist dort schon vorhanden. Der Umwidmung weiterer im rechtsgültigen Landschaftsplan nicht für die Bebauung ausgewiesener Äcker stimmen wir nicht zu. Wenn wir dem Bauboom auf der grünen Wiese keinen Einhalt gebieten, wird Börnsen seinen ländlichen Charakter verlieren.

Von den Wohngrundstücken im Neubaugebiet sind ca. ein Drittel nicht verkauft. Dies belegt ein im Wohnbaugebiet ausliegender Flyer. Bei den Gewerbeflächen sind es sogar zwei Drittel. Was ist, wenn ein Teil der Bauplätze leer stehen bleibt und der halbe Dalbek-Hof unbewohnt ist? Wem nützen brachliegende Gewerbeflächen?
Das Argument unserer Gemeindevertreter, dass neue Baugebiete Geld in die Gemeindekasse bringen, widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach beim Bauen auf dem Acker die Folgekosten meist höher sind als die Erträge.
Wachstum in den Wohngebieten erfordert Wachstum bei der Infrastruktur. Das bringt nicht nur Geld in die Kasse der Gemeinde, sondern erfordert auch Ausgaben. Börnsen hat gerade eine Mensa für die Schule gebaut und muss dafür trotz der vielen neuen Wohngebiete einen Kredit aufnehmen. Wachstum durch Bauen auf dem Acker könnte eine Spirale ohne Ende zwischen Einnahmen und Ausgaben werden.


Aktuelles

  • Die Situation des in Neu-Börnsen angelegten Gewerbegebiets ist konfus. Von den Gewerbeflächen sind offenbar erst zwei vergeben (GWB-Ge¬bäude und ein ALDI-Markt direkt neben dem ehemaligen Borstelmann-Hof). Trotzdem besteht Unsicherheit, dass der Discounter auch tatsächlich nach Börnsen kommt. Über den aktuellen Stand sind keine klaren Informationen zu bekommen. Da auch im Kreis Herzogtum Lauenburg von den gesamten angebotenen Gewerbeflächen die Hälfte seit Jahren leer steht, muss davon ausgegangen werden, dass das auch in Börnsen so sein wird.
  • Das eine Neubaugebiet ist gerade erschlossen, da wird schon das nächste in Angriff genommen: Der Bebauungsplan 9 am nordwestlichen Rand der Dorfmitte. Die Pläne sind aktuell über das Internet einsehbar (www.cara-immo.de, Angebote). Die Gemeindevertretung hat bei ihrer letzten Sitzung im Oktober die Vorlage einstimmig verabschiedet.
  • Die Feldmark zwischen Ortsmitte und Neu-Börnsen östlich der Börnsener Straße ist kein Baugebiet. Jetzt wurden von einigen Gemeindevertretern Forderungen laut, auch diese Fläche zuzubauen. Eine Bebauung wäre, da auch Escheburg seine Baupläne bis an das Naturschutzgebiet vorantreibt, die Zerstörung des Biotopverbunds zwischen Wald und Feldmark.


Grüne Initiativen

  • Schon bei der Vorstellung der Börnsener Baupläne im Jahr 2000 wurde das Problem der verkehrlichen Folgen von den Gemeindevertretern als unbedeutend hingestellt. Zwischenzeitlich ist die Börnsener Straße zur Gemeindestraße herabgestuft. Doch das Fahrzeugaufkommen steigt immer mehr an. Insbesondere der LKW-Durch¬gangs¬verkehr hat auffällig zugenommen. Unerträglich laut für die Anlieger ist jedoch der Nachtverkehr der vielen LKW. Der Ortsverband der Grünen hat jetzt den Bürgermeister gebeten, ein Nachtfahrverbot für LKW umzusetzen. Nach Auskunft der Verkehrsaufsicht des Kreises ist dies auch machbar.
  • Im Börnsener Landschaftsplan, beschlossen von der Gemeindevertretung im Jahr 2000, sind mehr als zehn Äcker im Anschluss an die Ortsmitte und in Neu-Börnsen für die Bebauung ausgewiesen. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für das neue Baugebiet an der Dalbek hat sich die Gemeindevertretung allerdings nicht mehr an die Vorgaben des Landschaftsplanes gehalten. Damit das Bauen auf dem Acker und das Zersiedeln der Landschaft nicht weiter vorangetrieben werden können, wollen wir für die restlichen Börnsener Felder den Status „Landschaftsschutz“ erwirken. Die Bewirtschaftung ist damit nicht eingeschränkt.
  • Der Dorfkern soll umgestaltet werden. Wir haben dazu beim Bauamt den Vorschlag eingereicht, den Bauhofgrund als Bürgerzentrum zu gestalten. Dazu sollte der Bauhof von dem jetzigen Standort in das neue Gewerbegebiet verlagert werden. Wir stellen uns vor, die Fahrzeugremise als Begegnungsstätte mit Restauration einzurichten. Zwischen Sodbarg und Börnsener Straße könnten ein kleiner Park mit Bänken und ein Dorfteich gestaltet werden.