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Pressemeldung vom 30. September 2011

Bewertung der Wirtschaftsleistung: Neuer Ansatz der Grünen

Soll sich die Beurteilung der Wirtschaftsleistung einer Region allein auf die Gesamtheit der Aktivitäten der Bürger wie beim Brutto-Inlands-Produkt (BIP) beziehen? Oder hat vielmehr die Einbeziehung einer Bewertung aller Begleitwirkungen nicht eine viel größere Aussagekraft? Auf der vom Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema "Grünes BIP" in Lauenburg diskutierten darüber Vertreter der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Verwaltung mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Tietze und mit vielen Gästen. Auf dem Podium saßen neben Andreas Tietze

  • Dr. Detlef Repenning (Managing Direktor von OMT, Oberflächen-Material-Technologie Lübeck, baut zur Zeit eine Akku-Firma in Geesthacht)
  • Dr. Martin Dornheim (Abteilung für Nanotechnologie, Institut für Werkstoffforschung / Werkstofftechnologie, Helmholtz-Zentrum Geesthacht)
  • Frank Ruppert (Bürgermeister in Schwarzenbek)

Seit geraumer Zeit denken die Grünen über eine Neubewertung der Wirtschaftsleistung nach. Anlass dazu war die Erfahrung, dass bisher weder Umweltbelastungen noch schädliche Einflüsse der Arbeit auf die menschliche Psyche Berücksichtigung gefunden haben. In einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie sind diese Komponenten in die Ermittlung des "Regionalen Wohlfühlindex" für Schleswig-Holstein (RWI) eingegangen. Das Ergebnis war verblüffend. Während das BIP nicht wächst, ist hingegen ein auffälliger Anstieg des RWI zu verzeichnen.

Als Ursache für SH werden u.a. die besseren Arbeitsbedingungen, insbesondere die große Anzahl mittelständischer Betriebe angesehen. Deshalb fordern unsere Landes-Grünen die Förderung von Umwelttechnologien und der regionalen Wirtschaft mit ihren mittelständischen Unternehmen sowie die Verbesserung des Lebensumfeldes mit Grundlagen für Naturerlebnis, sanften Tourismus und Bioökonomie.

Detlef Repenning, erfolgreicher Unternehmer in Norddeutschland, bestätigte für sich die Ergebnisse der Studie. Als sozialer Unternehmer habe er sich stets um "menschliche" Beschäftigungsbedingungen bemüht. Dies sei letztlich mit ausschlaggebend für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung gewesen. Martin Dornheim sprach über die Bedeutung eines Wissenschaftszentrums in der Region. Dies habe u.a. zu Firmengründungen und Beschäftigungsimpulsen geführt, wobei die Komponente Umwelttechnik eine besondere Ausprägung erlangt habe. Frank Ruppert stellte dar, wie die Umsetzung städtischer Leistungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit Motivation und Sinnhaftigkeit der Beschäftigung fördern kann.