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Pressemeldung vom 23. November 2011

Asbestlieferungen: Grüne wenden sich an den Kreistag

Rondeshagen/Ratzeburg. Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat zur Kreistagssitzung am 8. Dezember einen Antrag zu den drohenden Asbestlieferungen zur Sondermülldeponie Rondeshagen gestellt. Ausszüge aus dem Antragstext: „Der Kreistag des Herzogtum Lauenburg begrüßt das Bestreben der Gemeinde Rondeshagen, die vom Land Niedersachsen geplanten Asbestmülltransporte aus Wunstorf-Luthe auf die Sondermülldeponie Rondeshagen gerichtlich zu verhindern. Der Landrat wird beauftragt, auch seine rechtlichen Möglichkeiten zu überprüfen, um den beabsichtigten Transport von asbestbelasteten Böden aus einer Erddeponie in Wunstorf-Luthe durch das Gebiet des Kreises Herzogtum Lauenburg nach Rondeshagen und Ihlenberg (MV) zu verhindern einschließlich der Möglichkeit einer einstweiligen Anordnung beim zuständigen Verwaltungsgericht.“

Dazu sagt Burghard Peters, Mitglied der Kreistagsfraktion der Grünen: „Ob bei einem derartigen Transport und vor allem beim Entladen in Rondeshagen Asbestfasern in die Umgebungsluft geraten und durch Wind verbreitet werden können, ist bislang nicht ausreichend erforscht worden. Die durchgeführten Versuchs- und Messfahrten fanden nicht unter realistischen Bedingungen statt, weil es sich um Probematerial vom äußeren Rand der bisher mit Erde überdeckten Lagerstätte handelte. Wie sich das wahrscheinlich sehr viel stärker mit Asbest belastete Material aus den inneren Bereichen der bisherigen Lagerstätte beim LKW-Transport und beim Abschütten verhalten wird, ist daher nicht bekannt. Es ist seit langem nachgewiesen, dass bei einer Aufnahme von Asbestfasern über die Atemluft schwerste Erkrankungen der Lunge und des Brust- und Bauchfellbereiches entstehen. Ein Grenzwert, bei der eine Luftbelastung mit Asbestfasern unbedenklich wäre, existiert nicht. Schon geringste Konzentrationen können nachweislich Krebs auslösen. Vor diesem Hintergrund ist der beabsichtigte Transport, der auch unser Kreisgebiet und die Umgebung der Deponie in Rondeshagen unmittelbar betrifft, nicht zu vertreten. Es gibt für ihn auch keinen zureichenden Grund, weil die Asbesterde in der mit Erdreich abgedeckten Lagerstätte in Wunstorf-Luthe nach Expertenansicht ausreichend sicher deponiert ist. Allein wirtschaftliche Interessen an der Erschließung der bisherigen Lagerungsfläche als Gewerbegebiet sind für die Behörden in Niedersachsen für den Abtransport ausschlaggebend. Aus diesen Gründen ist der Transport durch und die Lagerung in unserem Kreis mit allen rechtlich zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern.“