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Pressemeldung vom 18. Januar 2014

Grüne: Unterstützung für Migrationssozialberatung spart Folgekosten

Geesthacht. Die Zahl der Ratsuchenden in der Migrationssozialberatung im Südkreis Herzogtum Lauenburg ist im letzten Jahr auffällig angestiegen. Fragten im Jahr 2012 noch 289 Zuwanderer Unterstützung nach, so erhöhte sich die Zahl in 2013 auf 341. Die meisten Hilfesuchenden kommen aus der Türkei, der Russischen Föderation und Afghanistan. In 2013 verminderte sich der türkische Anteil auffällig, dafür stieg die Zahl polnischer und syrischer Migranten. Am meisten nachgefragt sind Deutschkurse. Häufig wird aber auch Hilfe bei finanzieller Bedürftigkeit, bei Fragen der Unterbringung und Beschäftigung sowie beim Umgang mit behördlichen und schulischen Angelegenheiten gesucht.

Träger der Migrationssozialberatung im Südkreis ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit ihren Beratungsstellen in Geesthacht, Markt 26, und Lauenburg, Graf-Bernhard-Ring 16. Im Nordkreis ist die Diakonie zuständig. Die Unterstützung von Migranten ist eine Landesaufgabe. 90 Prozent der Kosten werden vom Ministerium in Kiel getragen, den Rest müssen die Verbände selbst aufbringen.

Die hier vorgelegten Zahlen haben Mitglieder der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei ihrem Besuch mit dem Landtagsabgeordneten Burkhard Peters, Sprecher für Flüchtlings- und Migrationsfragen, in der Beratungsstelle Geesthacht erfahren. Hauptanliegen der Grünen war zu erfragen, ob die Landesmittel auskömmlich sind und eine zusätzliche Kreisförderung notwendig bzw. hilfreich wäre. Die Grünen hatten bei der Haushaltsdebatte im Dezember im Kreistag den Antrag der AWO auf einen Zuschuss von 13 000 Euro aufgegriffen. Allerdings wurde dieser mehrheitlich abgelehnt.

Dazu sagt Klaus Tormählen von der Kreistagsfraktion der Grünen, Mitglied im Kreissozialausschuss: „Die Arbeit der sozialen Beratungsstellen im Kreis wie Alkohol-/Drogen-, Schuldner-, Schwangerschaftskonflikt- und Frauenberatung ist nicht nur als Unterstützung betroffener Ratsuchender einzustufen, sie hat auch vorbeugenden Charakter. Die Wirkung präventiver Maßnahmen gerade auch für Migranten, die teilweise traumatisiert, mittel- und orientierungslos bei uns eintreffen, darf aus Kreissicht nicht unterschätzt werden. Prävention trägt dazu bei, bei der Jugend- und Sozialhilfe Folgekosten in vielfacher Höhe der gezahlten Förderung einzusparen. Hier im Südkreis fehlt es zum Beispiel an Dolmetschern. Zu kurz kommt auch die Aufgabe, Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Bildungsverantwortung zu unterstützen.“