Pressemeldung vom 16. Dezember 2012
Grüne verstehen CDU und FDP nicht: im Kreis gegen Fracking, im Bundestag Aufschub abgelehnt
Schwarzenbek/Berlin. In Schleswig-Holstein herrscht vielerorts Entsetzen über die Pläne von Konzernen, nach zwar geltendem, aber unzeitgemäßem Bergrecht ohne Umweltprüfung unterirdische Untersuchungen mit chemischen Substanzen zur Suche nach Erdöl und Erdgas in dichtbesiedelten Gebieten durchzuführen. Für das "Erlaubnisfeld Schwarzenbek" gibt es aktuell einen Antrag zur "Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen" vom Landesamt für Berbau in Claustal-Zellerfeld. Dieses auch so genannte Fracking-Verfahren gibt Anlass zu Befürchtungen über eine Verseuchung des Grundwassers und großflächige Zerstörung der Umwelt. In der Konsequenz gab es über alle Parteien hinweg Einmütigkeit bei der Ablehnung von Fracking. Neben dem Landtag hat auch der zuständige Kreisausschuss geschlossen mit den Stimmen von CDU und FDP einer Resolution gegen Fracking zugestimmt.
Da die Zuständigkeiten jedoch beim Bund liegen, ruhten die Hoffnungen auf dem Bundestag, dass dieser sich für Standards im Umweltrecht bei technischen Verfahren stark macht. Doch wird dies offenbar von CDU und FDP anders gesehen. In der letzten Woche haben die Fraktionen im Bundestag, darunter auch die Abgeordneten des Kreises von CDU und FDP, Norbert Brackmann und Dr. Christel Happach-Kasan, einen Antrag zum Aufschub, und damit einer Prüfung von Gefahren der Fracking-Methode, abgelehnt. Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist besorgt: „CDU und FDP im Kreistag haben bei uns die Ablehnung von Fracking offenbar nur vorgetäuscht. Bei der entscheidenden Abstimmung im Bundestag stimmen ihre Abgeordneten dann anders. Dies ist gegenüber Mensch und Natur ein unverantwortliches Verhalten. Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass die Untersuchungen bald beginnen. Was das für die Umwelt und unser Trinkwasser bedeutet, ist völlig ungewiss.“
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