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Pressemeldung vom 5. Februar 2014

Grüne besuchen Pro Familia

Geesthacht/Ratzeburg. Im Konsolidierungsvertrag des Kreises mit dem Land ist festgeschrieben, dass ab 2015 die Finanzierung für die Schwangerschaftskonfliktberatung radikal gekürzt werden soll. Für die Beratungsstelle Pro Familia in Geesthacht bedeutet dies, dass die vorher 18 400 Euro umfassende Unterstützung auf 9200 Euro zurückgeschraubt wird. Mitglieder der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben jetzt mit der Leiterin der Beratung Sabine Unrau das Gespräch gesucht, um sich ein Bild von den Folgen der Kürzung zu machen. Die von Pro Familia geleistete Hilfe ist umfasst persönliche Beratung bei Problemen der Schwangerschaft und sexualpädagogische Prävention an Schulen. Die Zahl der Beratungen steigt von Jahr zu Jahr unaufhörlich an.

Im Gesundheitsdienst-Gesetz für Schleswig-Holstein ist die Schwangerschaftskonfliktberatung als pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe für die Kreise festgeschrieben. Die Hilfe ist bei Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung, bei Schwangerschaft sowie der Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten zu leisten. Die Kreise sind verpflichtet, diese Aufgabe zu erfüllen. Sie können aber nach pflichtgemäßem Ermessen selbst über den Umfang sowie die Art und Weise der Aufgabenwahrnehmung entscheiden.

Dazu sagt Annedore Granz von der Kreistagsfraktion der Grünen und Mitglied im zuständigen Jugendhilfeausschuss: „Diese Schwachstelle hat die Kreistagsmehrheit mit der radikalen Mittelkürzung genutzt. Für Pro Familia in Geesthacht wird das bedeuten, dass ab 2015 die sexualpädagogischen Maßnahmen wegfallen. Da sich auch hier wie schon bei anderen Beratungsstellen des Kreises die Mitarbeiter auf Grund unsicherer Weiterbeschäftigung nach anderen Betätigungsfeldern umsehen, droht langfristig die Schließung. In diesem Fall müsste der Kreis selbst einspringen, da die Schwangerschaftskonfliktberatung eine pflichtige Aufgabe darstellt. Zuständig wäre das Jugendamt, wo dann eine neue Mitarbeiterstelle fällig wäre. Dies ist mit Sicherheit teurer als der Zuschuss zur Beratungsstelle. Zudem fragt sich, ob die betroffenen Frauen eine Beratung beim Amt überhaupt aufsuchen oder einfach ganz wegbleiben.“