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Pressemeldung 12. Juni 2010

Grüne: Streichung der Ökoprämie gefährdet regionale Bioversorgung

Krukow. Die Landesregierung in Kiel hat angekündigt, die Förderung für den Biolandbau, die sogenannte Beibehaltungsprämie in Höhe von 137 Euro pro Hektar, zu streichen. Betroffen sind davon auch die biologisch wirtschaftenden Höfe in der Region. Um sich über die Auswirkungen zu informieren und vor den Folgen zu warnen, trafen sich führende Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aus Geesthacht und Börnsen auf dem Erdmannshof in Krukow, der seit Jahren nach den Prinzipien des Demeterlandbaus wirtschaftet. Biobauer Erdmann Voss ist verzweifelt: „Ich muss in Kürze auf ca. 10.000 Euro Förderung pro Jahr verzichten. Die Streichung der Gelder macht für uns alles schwerer. Existenzsicherung und Preisgestaltung werden einen starken wirtschaftlichen Druck auf den Betrieb ausüben."

Klaus Tormählen, Sprecher des Kreisverbandes, äußert Unverständnis: „Kein anderes Bundesland außer Schleswig-Holstein hat die Förderung des Öko-Landbaus abgeschafft. Nicht einmal ärmere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg wollen hier streichen. Die Landesregierung argumentiert mit den guten Wettbewerbsbedingungen des Ökoanbaus in Schleswig-Holstein und mit einer Gewinnsituation, die dem konventionellen Landbau entspräche. Das stimmt allerdings nur bei gewährter Unterstützung: Fällt die Förderung weg, geht der Gewinn deutlich unter den Durchschnitt."

Tormählen zu den Förderleistungen für die Landwirtschaft: „Die ca. 17.000 Betriebe in Schleswig-Holstein erhalten jährlich insgesamt rund 350 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Der biologische Landbau wird bei 520 Betrieben mit etwa 35.500 ha Betriebsfläche zusätzlich mit knapp 5 Millionen Euro aus Landes-, Bundes und EU-Mitteln gefördert. Wenn der Landesanteil von 800.000 Euro gestrichen wird, fallen auch der Bundes- und EU-Anteil weg. Der Ökolandbau hat sich bisher dank der Unterstützung vieler gesundheits- und ökobewusster Menschen, aber auch auf Grund einer wenn auch relativ geringen staatlichen Förderung als Gegengewicht zur konventionellen Landwirtschaft am Markt behaupten können. Dies ist jetzt durch eine Kappung der Förderung in Frage gestellt."