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Pressemeldung 14. September 2009

Thema Bürgerwindparks bei den Grünen: Hohe Erträge für die Kommunen

Lauenburg.
In den letzten Monaten war bekannt geworden, dass der Kreis eine Vorlage über Eignungsflächen für Standorte von Windparks ausarbeitet, die schließlich dem neuen Landesentwicklungsplan als Grundlage für die Ausweisung von Windeignungsflächen dienen soll. Seitdem diskutieren die betroffenen Gemeindevertretungen über das Thema. Dabei hat sich gezeigt, dass sich gleichermaßen Befürworter und Gegner zur Wort melden.

Auf einer Informationsveranstaltung im Hotel Halbmond haben sich am letzten Freitag Kreis- und Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen mit dem Thema auseinandergesetzt. Unter dem Motto Bürgerwindparks - Wo und wie geht das? hatten sich die Grünen die Geschäftsführer Hans-Günther Lüth und Hans-Hermann Schümann vom Windpark Wiemersdorf aus dem Kreis Segeberg eingeladen. Ziel war, die Erfahrungen bei der Errichtung und dem Betrieb des Windparks weiterzugeben sowie die Vor- und Nachteile darzustellen. Die Veranstaltung fand ein reges Interesse. Insbesondere waren auch Bürgermeister und Flächeneigner einiger Kommunen mit Eignungsflächen im Kreis Herzogtum Lauenburg erschienen.

Zu Beginn stellte der Direktkandidat der Grünen zur Landtagswahl für Lauenburg-Süd, Klaus Tormählen, das Ergebnis der Kreisplanung vor. Demnach sind aktuell im Südkreis Windeignungsflächen in den Orten Schulendorf, Krukow und Lütau/Basedow ausgewiesen. Tormählen verlangte, dass es keine Beeinträchtigung des Wohnkomforts für die Anlieger geben dürfe. Dazu sei die Einhaltung des Mindestabstandes von 1000 m zu den Ortsrändern unbedingt einzuhalten.

Im Mittelpunkt des Berichtes von Lüth und Schümann stand die Erkenntnis, dass die Erträge für den Windstrom in den Kommunen verbleiben. „Wir haben inzwischen fast 100 Gesellschafter. Neben der Gewerbesteuer fließt auch ein Teil der Einkommensteuer in die Gemeindekasse. Unsere Anlagen wurden seit 2001 ständig aufgestockt. Die Erweiterungen werden 2010 abgeschlossen sein. Der erzeugte Windstrom wird dann dem Verbrauch von 14.000 Haushalten entsprechen. Es gibt bei uns eine hohe Akzeptanz der Windenergie." Zu den von den Gegnern des Windstroms angeführten Negativ-Auswirkungen Lärm und Schattenwurf führte Lüth aus, dass eine sorgfältige Planung Widerständen vorbeugen würde. Schall und Schatten unterliegen strengen Normen. Der Einwand Infraschall sei gründlich geprüft und als unbedeutend eingestuft worden.

Ein weiterer Gast der Lauenburger Grünen war der Landtagsabgeordnete Detlef Matthiessen aus Osterby bei Rendsburg. Er stellte dar, dass langfristig der Ausbau der Windenergie zusammen mit den anderen regenerativen Energien in der Lage sei, die Kohle abzulösen. Damit sei auch das aktuelle Ansinnen der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) obsolet, in Nordfriesland Kohlendioxid unterirdisch zu verpressen. Er berichtete, dass im Landtag Bestrebungen der Grünen unterstützt würden, die Rahmenbedingungen zum Ausbau der Windenergie zu verbessern. Deshalb bestünde auch die Erwartung, dass die Beschränkung von Windeignungsflächen durch den Kreis über das Land angepasst werden könnten.

Die Vorteile von Windstrom gegenüber Atomenergie sind laut Tormählen eindeutig. Die Gestehungskosten bei Windstrom betragen 0,06 Cent - bei Atomstrom (alle Kosten einbezogen) 2 Euro. Der Windanteil bei der Gesamtstromerzeugung liegt aktuell bei einem Drittel im Vergleich zur Atomenergie. Prognosen zeigen bis 2020 aber eine völlige Umkehr: Der Anteil Windstrom wird dann 15 Mal höher sein. Während sich der eingesetzte Energieaufwand bei der Anlagenherstellung bei Wind nach wenigen Monaten amortisiert hat, tritt eine Amortisation bei der Atomenergie nie ein, denn es muss immer mehr hineingesteckt werden als herausgeholt wird. Beim CO2-Äquvalent sei der Wind gegenüber der Atomenergie unschlagbar.