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Pressemeldung 19. Juni 2008

Grüne: Kinderarmut darf nicht zur Unterversorgung an Kita und Schule führen

Aus Anlass des Kreistagsbeschlusses zur Einrichtung einer Stiftung „Menschen in Not" haben Sozial- und Jugendhilfeausschuss des Kreises unter Federführung der Kreisverwaltung am 17. Juni in Breitenfelde eine Anhörung kompetenter Fachpersonen zum Thema Armut bei Kindern durchgeführt. Alle Fachleute waren sich über das Vorhandensein und die Bedeutung der Kinderarmut einig, bei den Handlungsforderungen bzw. Lösungsvorschlägen gingen die Meinungen jedoch weit auseinander. Beispielsweise wurde die vom Kreistag beschlossene Stiftung sehr unterschiedlich bewertet. Während einige Gesprächsteilnehmer eine Stiftung als Möglichkeit zur Finanzierung von Mahlzeiten in Kitas und Ganztagsschulen für das geeignete Instrument hielten, gingen die anderen davon aus, dass diese nur der berühmten Tropfen auf den heißen Stein sein könne.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sieht in Armutsfonds bzw. Stiftungen nicht das adäquate Mittel zur Beseitigung der Ausprägung von Kinderarmut in Kindertagesstätten und Schulen. Pressesprecher Klaus Tormählen: „Der Staat bezahlt die Schulen und Lehrer. Neuerdings trägt er sogar die Schulbuskosten. Warum finanziert er nicht auch alle weiteren Erfordernisse, die durch den Kita- und Schulalltag gegeben sind? Wir fordern kostenfreie Mahlzeiten, die staatliche Finanzierung von Schulveranstaltungen und pädagogischer Hilfe sowie die freie Abgabe von Schulmaterialien an die Kinder."

Die Fraktionsvorsitzende Annedore Granz beleuchtet einen weiteren Aspekt: „Das Zurückhalten von Geldern bei der Unterstützung sozial schwacher Familien ist der falsche Weg. Hier wird wieder versäumt, durch Vorbeugung Folgekosten zu vermeiden. Kinder, denen im Vorschulalter die emotionale Zuneigung und eine ausreichende Versorgung mit Nahrung vorenthalten werden, sind die Pflegefälle von morgen. Die Reparatur dieser Versäumnisse ist schätzungsweise um den Faktor zehn höher als ein sofortiges Eingreifen über entsprechende gesellschaftliche Programme."