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Pressemeldung 12. März 2008 

Grüne: Umgang mit Bäumen an Straßen gleicht Raubbau

Seit ca. drei Jahren werden an Straßen vermehrt Bäume gefällt oder zurückgeschnitten. Die Begründung der Straßenämter für die Maßnahme: Verkehrssicherheit. Für die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen gehen die Arbeiten aber weit über das notwendige Maß hinaus. Damit der öffentlichen Hand keine Kosten entstehen, wurden von den Straßenbauämtern Pauschalverträge mit Firmen zur Pflege des Straßenbegleitgrüns abgeschlossen. Diese Verträge enthielten jedoch keine schriftliche Abmachung über die Menge der Holzentnahme. So wurde die Menge der zu entnehmenden Bäume eigenmächtig von den Firmen interpretiert. Nach Erkenntnissen der Grünen wird das Holz wird gewinnbringend an Holzheizwerke in Dänemark verkauft. Die Straßenbauämter schreiten nicht ein. Eine mündliche Abmachung zwischen Naturschutzamt, Verbänden und dem Straßenbauamt wurde nicht beachtet.

Aus Sicht der Grünen wird an den Straßen ein Raubbau an den Bäumen betrieben, der alle bis dahin praktizierten Pflegemaßnahmen übertrifft. Klaus Tormählen, naturschutzfachlicher Sprecher der Grünen: „Wir beobachten bei den Arbeiten an sehr vielen Straßen und Wegen im Landkreis eine nie da gewesene Brutalität und Unfachlichkeit, mit der Knickgehölze beseitigt, verstümmelt und auch gesunde Bäume gefällt und zu Karikaturen verschnitten werden. Einzelne Bäume werden so stark besägt, dass eine baldige Erkrankung absehbar ist."

Die Grünen haben sich jetzt an den Landrat des Kreises gewandt und um die Beantwortung folgender Fragen gebeten: Hat der Kreis nicht die rechtsstaatliche Aufgabe, das Gemeineigentum wirksam zu schützen, statt bei der weiteren Naturzerstörung zuzusehen? Hat der Kreis nicht die Möglichkeit, auf Einhaltung der Abmachung zur Holzentnahme zu dringen? Was hat der Kreis getan, um die Ausführung der Arbeiten wieder auf die Basis der Abmachung zu stellen? Ist es zutreffend, dass auch Bäume entfernt wurden, die als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft gepflanzt wurden? Ist es zutreffend, dass die von uns so gesehenen Versäumnisse eine Folge davon sind, dass die UNB personell unterbesetzt ist?