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Pressemeldung 7. Februar 2008

Kahlschlag in der Lohe geht weiter

Wentorf/Wohltorf/Börnsen. Die Holzfällarbeiten in der Wentorfer/Wohltorfer/Börnsener Lohe waren nicht nur bei Erholungssuchenden auf heftigen Widerspruch gestoßen. Nach dem auf Grund des Protestes ausgesprochenen „Maßnahmenstopp“ durch die Leitung der Bundesforsten war für den 6. Februar ein Ortstermin anberaumt worden. Vertreter der Kommunen, der Unteren Natur-schutzbehörde und besorgte Bürger wollten sich von den Forstbeamten die Art der Durchführung der als Pflegemaßnahme hingestellten Durchforstung erklären lassen. Die Bundesforstanstalt, ver-treten durch Christoph Neuser aus Hannover, gab an, dass es sich um eine Maßnahme der Ver-kehrssicherung handele und dass diese unabdingbar sei. Man könne nicht riskieren, für den Fall eines Personenschadens verklagt und haftbar gemacht zu werden. Da am Ende der Fällung die trockenen Äste mit einem Hubsteiger beseitigt werden müssten, seien zunächst so viele Bäume zu fällen, dass das Gerät die Äste der Restbäume auch erreichen kann. Das Programm Naturerbe sei für die Förster nicht bindend, da kein schriftlicher Vertrag vorliege.

Klaus Tormählen, Naturschutzwart und Grüner Kreistagsabgeordneter: „Die Argumentation der Förster ist für mich unglaubwürdig. Unter dem Vorwand der Verkehrssicherung werden zahlreiche gesunde Bäume geschlagen, viele krüppelige aber stehen gelassen. Die Maßnahme dient nur an-geblich dem Schutz der Bürger. Diese wollen eine Lohe mit Bäumen und nicht ohne. Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.“ Laut Waldgesetz könne jeder Bürger den Wald auf eigene Ge-fahr betreten. Forstleute hätten zwar die Aufgabe, durch pflegerische Eingriffe für die Sicherheit der Waldbesucher zu sorgen und dafür kranke Äste und Bäume herauszunehmen. Auch wäre es gerechtfertigt von Zeit zu Zeit gesunde Stämme zu entnehmen und zu verkaufen, ein brutaler Kahlschlag aber wie er derzeit in der Lohe erfolge sei durch nichts gerechtfertigt. „Wenn die Politik ein so unsachgemäßes und unnachhaltiges Vorgehen zulässt macht sie sich mitschuldig“, sagt Tormählen. Die Grünen erwägen weiterhin, in der Sache Strafanzeige zu erstatten.

Zu den undurchsichtigen Praktiken des Abtransportes sagt der Naturschutzwart: „Entgegen üblicher Praxis wurde das Holz nicht vermessen und etikettiert. Für uns bleibt die Durchführung der Ab-rechnung weiterhin ungeklärt. Auf unsere Frage, warum das Holz nicht ausgezeichnet werde, wurde gesagt, dass die Messung erst bei der Einlieferung ins Werk vorgenommen werde. Doch wer garantiert, dass nicht schon auf dem Weg zum Werk Holz beiseite geschafft wird? Laut Bun-desforsten seien ca. 1.000 Festmeter Holz geschlagen. Das ist ein nicht unerheblicher Wert. Wir werden den Fall dem Bundesrechnungshof übergeben und um eine Stellungnahme bitten.“