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Antrag zur Kreistagssitzung am 6. Oktober 2016

Klimaschutzoffensive für Photovoltaik

Die Kreisverwaltung wird aufgefordert im Rahmen seiner Klimaschutzoffensive zu prüfen, ob und wenn ja wo entlang der Autobahnen im Kreis die Aufstellung von Solarpanelen zur Stromgewinnung mit Photovoltaikmodulen möglich ist.

Begründung

Der Kreistag hat im Juni 2011 einstimmig zwei Anträge beschlossen, den Energiewandel bzw. Klimaschutz, Energieeffizienz und den Schutz von Ökosystemen umzusetzen. Darin enthalten waren auch Initiativen für Photovoltaik. Getan hat sich bis heute leider wenig. Ideal wäre, wenn in der Kreisverwaltung schon ein Klimaschutzmanager tätig wäre, zu dessen Aufgabenfelder die Suche und Umsetzung von Möglichkeiten zur Nutzung von Sonnenstrom dann gehören würde.
Die Autobahnen A25 und A24 verlaufen vorwiegend von Ost nach West bzw. umgekehrt. Dadurch sind dort idealerweise große Flächen mit einer südexponierten Lage vorhanden. Details und Rahmenbedingungen für den Bau von Photovoltaikanlagen dazu müssten zuvor geklärt werden. Ggf. wäre auch eine Kooperation mit dem Bund gegeben.

Rede zum Antrag von Klaus Tormählen

Der Kreistag hat sich im Juni 2011 vollmundig zur Energiewende bekannt. Im CDU-Antrag stand: Für einen schnellen Ausstieg aus der Kernenergie ist ein zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien unabdingbar.
Der Kreistag hat damals auch auf Grund eines Antrags von uns unter anderem folgendes beschlossen: Der Kreis erkennt den stetigen Zubau … von Photovoltaikanlagen usw. Der Kreis erstellt ein Klima-schutzprogramm.
Damals fehlte leider der Zusatz: … das von der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung zur Förderung einer Stelle im Klimaschutzmanagement anerkannt wird. So ein Klimaschutzprogramm haben wir ja bis heute nicht zustande gebracht.
Die Anträge sind jetzt 5 Jahre her. Was ist seitdem passiert? Eigentlich nichts.
Im Kreis sind einige Ämter hier schon weiter. Zumindest im Amt Hohe Elbgeest gibt es einen Klimaschutzmanager. Der Kreis hinkt total hin-terher. Jedenfalls wäre die in unserem Antrag verlangte Prüfung und das Auf-den-Weg-Bringen von Solaranlagen genau eine Aufgabe für das Klimaschutzmanagement.
Wie real sind nun die Möglichkeiten der Nutzung der Ränder der Autobahnen? Im EEG ist in §32 dargelegt, dass Solaranlagen entlang der Autobahnen mit 13,50 Cent/KWh gefördert werden. Im Internet findet man umgesetzte Projekte bzw. eine Planung solcher. Solaranlagen entlang der Autobahn sind also keine spinnerte Idee. Die Flächen sind da, man muss nur klären wie und wo sie nutzbar sind.
Denn klar ist: Der Kreis kann das nicht selber machen. Wir können aber den Anstoß geben.
Das Potential für Windenergie-Eignungsflächen im Kreis ist ziemlich erschöpft. Deshalb ist es angezeigt, über andere Wege für regenerative  Energiegewinnung nachzudenken. Die Sonne schickt keine Rechnung, so Franz Alt – die Anlagen müssen wir aber schon hinstellen.
Es ist zu bedenken, dass die Solartechnik nur Strom liefert. Wir brauchen aber viel mehr Energie für die Wärmenutzung und den Verkehr. Doch gerade dafür kann überschüssiger Strom genutzt werden. Der Schlüssel ist die Herstellung von Gas mit Hilfe von Strom.
Die Fachzeitschrift PHOTON schreibt in der neuesten Ausgabe: Solarstrom wird immer günstiger angeboten. Solarstrom ist auf dem besten Weg, die billigste Energiequelle der Welt zu werden. Damit ist auch der Abgesang auf Strom aus Kohle, Erdgas, Öl und Atom eingeleitet. Zitat Ende.
Wir können überall dazu beitragen. Also packen wir es an.

Abstimmung

22:20 gegen den Antrag (CDU/FDP geschlossen dagegen)