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Antrag zur Kreistagssitzum am 30. Oktober 2008

Keine Wiederaufnahme des Betriebes im Pannenreaktor Krümmel

Die Sozialministerin Schleswig-Holsteins wird aufgefordert, den Vattenfall-Pannenreaktor von Krümmel im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten nicht wieder anfahren zu lassen und die Betriebsgenehmigungen zu versagen.

Begründung:

Aufgrund seiner Häufung von Störungen hat sich der Reaktor von Krümmel als Risikoreaktor höchsten Grades erwiesen.

Die Gewinnung von Energie mittels Atomkraft ist eine veraltete, unausgereifte, gefährliche und  unberechenbare Technologie. Die Risiken der Atomenergie sind nicht versichert. Die Kinderkrebsstudie des Bundesamtes für Strahlenschutz (2007) zeigt deutlich, dass mit zunehmender Wohnnähe zu Atomanlagen das Risiko für Kinder unter fünf Jahren an Leukämie zu erkranken steigt. Die Frage der Endlagerung des Atommülls ist ungelöst.

Der Nutzen der Energiegewinnung und das Risiko einer radioaktive Verseuchung stehen in keinem Verhältnis. Je älter ein Atommeiler ist, desto höher und unkalkulierbarer ist dieses Risiko.

Gerade der Reaktor in Krümmel hat sich mit seiner Häufung von Störungen als Risikoreaktor höchsten Grades erwiesen. Die fehlerhaften Dübel sind immer noch nicht ersetzt. Aus unserer Sicht ist völlig unklar, ob der Ersatz-Trafo überhaupt auf die vor zwei Jahren erweiterte Leistung ausgelegt ist. Nach der Installation einer zusätzlichen Turbine war am Spannungswandler keine Veränderung vorgenommen worden. Vattenfall hat keinen neuen Trafo gebaut, sondern ein altes Modell aufgestellt.

Die Atomenergie gibt keine Antwort auf die Probleme steigender Energiekosten.

Wir haben zur Zeit einen Stromüberschuss in Deutschland von 14 Terawattstunden jährlich. Dennoch steigt der Strompreis beständig weiter. Die Stromwirtschaft hat es gar nicht nötig, die Reaktoren wieder anzufahren. Sie verdient auch so ihre Milliarden. Entgegen der Behauptung, dass Strom importiert werden muss, wird weiter Strom exportiert. Die Ursache für den Preisanstieg ist nicht ein Strommangel, sondern der fehlende Wettbewerb auf Grund der Dominanz der vier Konzerne E.on, Vattenfall, RWE und EnBW, die untereinander die Preise absprechen."

Auch angesichts laufender AKW steigen die Preise immens. Die von der Atomlobby betriebene Kostendiskussion ist genauso ein Versuch, der bewussten Irreführung der öffentlichen Meinung, wie die Aussage, Atomkraft sei eine umwelt- und klimafreundliche Ökoenergie.

Ein Festhalten an Atomenergie würde die konsequente Umstellung der Versorgung Deutschlands auf  regenerative Energien verhindern und ist daher zukunfts- und innovationsfeindlich.

Trotz des störungsbedingten Ausfalls der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel seit nunmehr einem Jahr, funktioniert die Energieversorgung Norddeutschlands problemlos. Deutschland hat den Export von Energie in dieser Zeit sogar gesteigert.

Eine bezahlbare Vollversorgung mit regenerativen Energien ist möglich und birgt für Deutschland auch wirtschaftlich große Chancen.