Menü

Kreistagsfraktion Herzogtum Lauenburg
Antrag zur Kreistagssitzung am 16. März 2017

Kreisentwicklungskonzept

Die Kreisverwaltung wird beauftragt, ein Entwicklungskonzept für eine bessere zukünftige Ausstattung der Unter-/Mittelzentren mit dem Ziel der Stärkung von Wirtschaft, Bildung und Kultur sowie des ländlichen Raumes zu erarbeiten. Im ersten Schritt wären folgende Punkte auszuführen:

Ziele, Schritte, Machbarkeit, Kosten und Zeitrahmen.

Über das weitere Vorgehen entscheiden der Fachausschuss bzw. der Kreistag.

Begründung

Im Kontext des Bildungsbooms beobachten wir in den letzten Jahrzehnten ein permanentes Abwandern von jungen Menschen aus den Dörfern und Kleinstädten in die Metropolen. Die Folgen sind u.a. ein Ausbluten des ländlichen Raumes und eine Konzentration von Menschen im großstädtischen Bereich. Eine weitere Folge ist die Schwächung der Wirtschaftskraft der Kommunen und damit einhergehend eine finanzielle Schwächung der Kreise. Deshalb muss es im Interesse der Kreise liegen, dem Trend des Abwanderns der Menschen in die Städte entgegenzuwirken. Eine mögliche Antwort darauf ist die Stärkung der Unter- bzw. Mittelzentren.

Unter Stärkung wäre u.a. zu verstehen:

  • Demografische Ausgewogenheit, d.h. keine Überhänge der Bevölkerungsanteile von Jung bis Alt.
  • Wirtschaftliche Ausgewogenheit, d.h. Arbeitsplatzangebote für alle Altersgruppen. Schaffung insbesondere von Ausbildungszweigen, die jüngere Menschen in der Region halten. Bieten die Unter-/Mittelzentren entsprechende Ausbildungsstätten, könnten die Jugendlichen im ländlichen Raum verbleiben.
  • Höhere Gewichtung der regionalen Produktion.
  • Verbesserung der verkehrlichen Vernetzung, das Pendeln in die Metropole muss ohne größeren zeitlichen und finanziellen Aufwand möglich sein.
  • Entsprechende Verhandlungen bzw. Abmachungen mit den Metropolen wie Hamburg/Lübeck.
  • Beteiligung der Städte: Runder Tisch Kommunen/Kreis zur Entwicklungsstrategie.
  • Zusammenarbeit mit der Landesplanung.
  • Zusammenarbeit der HH-Randkreise in SH.

Bei einer Stärkung der Unter- (Ratzeburg, Schwarzenbek, Lauenburg) und Mittelzentren (Mölln, Geesthacht) würde die Zahl der Pendler sinken, weil das Angebot zur Ausbildung und Beschäftigung steigt (Geesthacht und Wentorf sind ggf. eher Sonderfälle, weil stark nach Hamburg orientiert).

Eine Orientierung von mehr Bürgern zu den Unter-/Mittelzentren belebt diese und macht sie attraktiver. Lebende Zentren wären wegen des größeren Angebots auch für Touristen interessanter.

Lebende Unter-/Mittelzentren würden mehr Möglichkeiten zum Wohnen im Grünen schaffen. Motto. Wohnen im Grünen, Arbeiten im Mittelzentrum. Eine Frage wäre: Was bringt eine Stärkung der Unter-/Mittelzentren für den Kreis.

Mögliche Folgen:

  • Höhere Kreisumlage wegen wirtschaftlicher Stärkung der Städte.
  • Bessere Versorgung des ländlichen Raumes mit ÖPNV, wenn dort eine größere Nachfrage entsteht.
  • Größere Attraktivität für und damit bessere Versorgung mit sozialen Dienstleistungen wie Medizin und Pflege.

Mit der Erstellung und Begleitung eines Kreisentwicklungskonzeptes käme der Fachbereich 3 (Regionalentwicklung) damit auch u.a. seiner angestammten Aufgabe nach.