20. November: Wisenthege wird geschlossen

Kreis kürzt Gelder für den Naturpark

Im Rahmen der Sparbemühungen des Kreistages hat der Betriebsausschuss der Kreisforsten beschlossen, umfangreiche Kürzungen bei den Aufgaben des Naturparks Lauenburgische Seen vorzunehmen. Seit der Gründung im Jahr 1961 und Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Kreis Herzogtum Lauenburg ist der Kreis Träger des Naturparks. Der Kreis bringt dafür jährlich knapp eine halbe Million Euro auf. Der Kreistag hatte in seiner Juni-Sitzung mehrheitlich verlangt, dass im Zeitraum 2013-2015 jährlich 40.000 Euro akkumuliert einzusparen seien, also 80.000 in 2014 und 120.000 Euro in 2015.

Naturparke sind geschützte Naturareale, die im Gegensatz zu Naturschutzgebieten auch der Erholung und dem nachhaltigen Tourismus dienen. Kernaufgabe der Naturparkidee ist der Ausgleich zwischen einer Erlebnisfunktion und dem Schutzbedürfnis der Natur. Neben den Begehungsrechten sollen die natürlichen Lebensgrundlagen, Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft erhalten werden. Darüber hinaus werden eine nachhaltige Gebietsentwicklung und die Aufgabe der Umweltbildung mit einbezogen.

Die Kürzungsmaßnahmen des Kreises im Naturpark Lauenburgische Seen für das Jahr 2013 setzen sich aus einer Absenkung der Gehälterverrechnung für Betriebs- und Revierleiter, Streichung des Bundesfreiwilligendienstes und die Einstellung von Projekten in der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Ab 2014 sollen dann das Wisentgehege und die Badestelle Beidendorfer See geschlossen werden. Die Tiere sollen in die Döberitzer Heide westlich Berlin (Brandenburg) umgesiedelt werden, dort können sie sich dann ohne Gatter frei bewegen. Mit der Umsiedlung muss allerdings langfristig vorher begonnen werden, also schon 2013.

Unser Kommentar: Die beschlossenen Maßnahmen werden das Angebot der Erholungswirkung mindern und zu einem merklichen Qualitätsverlust im Naturpark führen. Die Betreuung von Beobachtungstürmen, Kartenhäusern, Wanderparkplätzen, Wegen, Badestellen und Stegen wird nur noch unzureichend wahrgenommen werden. Printmedien werden eingestellt, die Umweltpädagogik wird reduziert und dem Naturparkzentrum Uhlenkolk in Mölln wird ein Teil der Unterstützung wegbrechen. Auch die erfolgreiche Arbeit der Tourismusgesellschaft wird einen Stützpfeiler verlieren. All diese Einschränkungen wären nicht nötig gewesen, wenn der Kreis in den letzten Jahren beim Haushalt andere Schwerpunkte gesetzt hätte.

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