18. Juli: Ökolandbau – Betriebe erhalten wieder Fördermittel

Unser Protestplakat aus dem Jahr 2010

Robert Habeck, unser Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, hat mit einer seiner ersten Amtshandlungen die Benachteiligung des Ökolandbaus in Schleswig-Holstein bei der Flächenförderung gegenüber den anderen Bundesländern rückgängig gemacht. Ab sofort werden neben der Umstellung auch die Fortführung ökologischer Anbauverfahren im Rahmen des europäischen Agrarumweltprogramms wieder uneingeschränkt gefördert.

Aufgrund dieser Entscheidung werden über 200 Betriebe, deren Förderung Ende 2012 auslaufen sollte, eine Beihilfe von rund 2,2 Millionen Euro erhalten. Davon werden 1,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln und 1 Million Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanziert. Der Landesanteil beläuft sich auf 0,4 Millionen Euro. Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind insgesamt 35 Biobetriebe mit einer Gesamtackerfläche von gut 3000 ha von der Förderung betroffen. Die Ökobetriebe im Kreis beschäftigten ca. 130 Vollzeitkräfte und über 80 Menschen mit Behinderung.

Ökologisch wirtschaftende Betriebe bemühen sich besonders darum, die Erzeugung hochwertiger und gesunder Nahrungsmittel mit einer möglichst artgerechten Tierhaltung sowie dem Schutz natürlicher Ressourcen und wild lebender Tiere und Pflanzen in Einklang zu bringen. Es ist wichtig, den für diese wichtigen gesamtgesellschaftlichen Ziele Arbeitenden den Rücken zu stärken. Die Beibehaltungsprämie gleicht die höheren Kosten durch extensive Bewirtschaftung künftig wieder aus.

Minister Habeck: „Mein Ziel ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Schleswig-Holstein wieder zu steigern“. In Schleswig-Holstein waren in den letzten Jahren entgegen dem Bundestrend erstmals Flächenrückgänge bei den Ökobetrieben zu verzeichnen.

Das Ministerium hat das Antragsverfahren für Umstellbetriebe auf ökologische Anbauverfahren bis zum 31. Juli 2012 verlängert. Die Beibehaltungsförderung erhalten Betriebe, deren erste Anmeldung bei der für die Öko-Kontrolle zuständigen Behörde länger als 12 Monate vor Antragstellung erfolgt ist.

Zu den Förderleistungen für die Landwirtschaft: Die gut 14.000 Betriebe in Schleswig-Holstein werden jährlich mit 400 Millionen Euro aus EU-Mitteln subventioniert. Für die 430 Öko-Betriebe sind aus den Geldern der Agrarumweltmaßnahmen zusätzlich 4,5 Millionen Euro bereit gestellt worden, davon trägt das Land 0,8 Millionen Euro. Diese Zahlen sind grobe Mittelwerte aus den Jahren 2005 bis 2010 (www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft).

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