23. März: Peak Oil war 2005

Am Freitag dem 23. März hatten die Lauenburger Grünen Dr. Werner Zittel aus München zu Gast. Er referierte über das Thema „Ölwechsel – Wie lange können wir uns Öl noch leisten?“ Häufig wird die Frage nach der Reichweite des Öls auch mit der Ermittlung des Peak Oil korreliert. Wann ist bzw. war das Fördermaximum und wie können wir daraus die Dauer des noch vor uns liegenden Nutzungszeitraums ableiten? Zitttel stellte klar, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu gibt. Dass man vielmehr auf Veröffentlichen der Ölkonzerne und ihrer Verbände angewiesen sei. Diese hat er gründlich untersucht und in seinem Buch (Geht uns das Öl aus? Herder) zusammengetragen. Das Ergebnis, das er auch an diesem Abend vortrug: Das Fördermaximum ist mit ziemlicher Sicherheit in 2005 eingetreten und hatte mit gleichbleibender Fördermenge bis 2010 bestand. Danach sank die Gesamtfördermenge bis heute leicht ab. Diese Tatsache wird auch mit der aktuellen Ölpreissteigerung in Zusammenhang gebracht. Als Prognose gilt ziemlich sicher, dass ab jetzt langsam aber stetig die Ölfördermenge absinken wird, bis in 2030 die Halbierung erreicht ist und um 2100 die Vorräte versiegt sind. Daran wird auch die Tatsache nichts ändern, dass immer wieder von neuen Ölfunden berichtet wird. Diese sind in der Regel viel schwerer erschließbar als bisher, da sie entweder in großer Tiefe lagern oder im Erdreich eingebettet sind („Ölsande“). Mit Sicherheit werden schon jetzt, vermehrt jedoch für die weitere Entwicklung, die Ölpreise heftig ansteigen.

Noch eine nicht einfach zu klärende Frage von uns: „Ist die stetig wachsende Zahl von KFZ in die Berechnung des End of Oil mit einbezogen?“ Dazu ein paar Zahlen (Wikipedia): Bestand KFZ 2010 ca. 1 Milliarde, Neuproduktion in 2010 weltweit ca. 77 Millionen, Zuwachs KFZ pro Jahr von 2004 bis 2010 im Mittel ca. 28 Millionen.

Unser zweiter Gast, Detlef Matthiessen, energiepolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, stellte für die zukünftige KFZ-/Energiepolitik des Landes vier Forderungen auf: Erhalt von Straßen geht vor Neubau, Stopp dem Flächenverbrauch, Senkung des Energieverbrauchs, Anstelle des Verbrauchs von Stoffen muss die Nutzung von Strom stehen (z.B. Triebwagen im Akku-Betrieb). Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang: Photovoltaik liefert gemessen am Ertrag pro Fläche 20 mal soviel Energie wie der Maisanbau.

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