30. Januar: Besuch Katrin Göring-Eckardt verschoben

Mit Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Bundestages für die Fraktion der Grünen und Gründungsmitglied des Bündnis 90 in Thüringen, hatten wir die Zusage eines hochkarätigen Gastes, um über die Ursachen der sich verschärfenden sozialen Ungerechtigkeiten zu debattieren. Der Termin war am 13. Februar anberaumt. Jetzt musste Katrin wegen eines nicht verschiebbaren OP-Termines absagen. Wir werden den neuen Termin an dieser Stelle zeitnah bekannt geben.

Ursprüngliche Ankündigung:

Präses der EKD-Synode trifft Pröpstin


Ratzeburg. Soziale Gerechtigkeit: Was ist das – und wie kommen wir dahin? Unter diesem Leitgedanken treffen sich die Pröpstin des Ev.-Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, Frauke Eiben, die Präses der EKD-Synode Deutschland, Katrin Göring-Eckardt, der Vorsitzende des DGB-Bezirks Nord, Uwe Polkaehn und der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg, Heiko Steiner, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend im Petriforum in Ratzeburg. Der Kreisverband Bündnis 90/die Grünen und der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg laden gemeinsam ein.

Angesichts der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen arm und reich wollen die Gesprächsteilnehmer das Bewusstsein für die Folgen sozialer Benachteiligungen schärfen und Wege zu einem gerechteren Umgang miteinander aufzeigen.

Am Nachmittag wird Katrin Göring-Eckhardt, die für die Fraktion der Grünen auch Vizepräsidentin des Bundestages und Gründungsmitglied des Bündnis 90 in Thüringen ist, das „Gleis 21“, eine Einrichtung des Diakonischen Werkes Ratzeburg, das aus einem Bundesmodellprojekt hervorgegangen ist, besuchen. Gleis 21 ist eine interkulturelle Begegnungsstätte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Neben den regelmäßigen Gruppen- und Freizeitangeboten haben die Jugendlichen und jungen Menschen die Möglichkeit, über den Jugendmigrationsdienst Beratung und Begleitung zu finden. Alle Angebote haben zum Ziel, interkulturelle Begegnungen zu ermöglichen, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen sowie die jungen Menschen in ihrem verantwortlichen Handeln zu fördern.

Die Abend-Veranstaltung findet am Montag, 13. Februar, im Petriforum Ratzeburg,  Markt 7, statt und beginnt um 19 Uhr.

 
Soziale Gerechtigkeit – warum dieses Thema?

Die Schere zwischen arm und reich driftet unaufhörlich auseinander. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert. Das bedeutet, dass sich ohne Eingreifen der Politik die unten dargestellten Zustände drastisch verschärfen. Als Ursachen sehen wir unter anderen das bestehende Finanzsystem mit dem unaufhörlichen Anstieg großer Vermögen und die politischen Entscheidungen der weltweiten Eliten, die den Weg zu einer gerechten Umverteilung blockieren.

Wo zeigt sich soziale Ungerechtigkeit?
Lohn –Lohnunterschiede für gleiche Arbeit
Rente – trotz lebenslanger Arbeit geringe Rente
Altersarmut – Rente reicht nicht zum Leben trotz lebenslanger Arbeit
Bildung – Die Chancen für einen guten Bildungsabschluss hängen fast ausschließlich vom Einkommen und Status der Eltern ab
Krankenkasse – Privatpatienten werden in der Arztpraxis häufig bevorzugt
Alleinerziehende Eltern – Bezahlung und Zeit reichen häufig nicht aus, um Kinder zu betreuen bzw. in die Kita zu geben
Kinderarmut – Kinder armer Eltern bekommen häufig nicht die Dinge, die für eine Entwicklung der Persönlichkeit unbedingt benötigt werden
Vermögensverteilung – Ein Zehntel der Bevölkerung in Deutschland verfügt über 70 Prozent des gesamten Vermögens, eine Hälfte der Bevölkerung hat fast gar kein Vermögen

Wie stellt sich aktuell die soziale Situation im Kreis Herzogtum Lauenburg dar?
Im Kreis Herzogtum Lauenburg ist jedes sechste Kind von Armut betroffen. Die mit Haushaltsdefiziten begründeten Kürzungen von Zuschüssen betreffen fast ausschließlich den Sozialbereich, womit sich auch hier der Gegensatz vermögend/nicht vermögend permanent verschärft.

Wie stellt sich aktuell die soziale Situation in Deutschland dar?
Nie zuvor konnten so wenig Menschen von den Erträgen ihrer Arbeit vernünftig leben. Es gibt in Deutschland fast 10 Millionen Menschen im Niedriglohnbereich. Von diesen beziehen 40 Prozent ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Gut zwei Millionen Menschen erhalten einen Stundenlohn unter 6 Euro. Gut 12 Millionen Menschen gelten als arm. Die Zahl der von Altersarmut bedrohten Menschen steigt kontinuierlich an. Auch die Zahl der Kinder, die in ärmlichen Verhältnissen leben müssen, wächst immer weiter. Unter den jetzigen Bedingungen werden diese Kinder aus diesen Bedingungen nicht herauskommen.

Was kann getan werden?
Aufgefordert ist der Bundesgesetzgeber zu steuerlichen (z.B. Vermögensabgabe) und gesetzgeberischen Maßnahmen (z. B. Umgestaltung des Krankenversicherungssystems in eine Bürgerversicherung).

 

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URL:https://archiv.gruene-kv-lauenburg.de/rueckblick/rueckblick-2012/expand/387802/nc/1/dn/1/